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„Das schwör ich dir, bei meinem hohen Namen,
mein guter Klaus,
ich bin aus altem Samen!“
„Das ist nicht gut“, erwidert Klaus,
„Oft artet alter Samen aus.“
(Gottfried August Bürger)

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Die Königsmacherin gebunden. Geschenkidee!? Die Beutefrau als Hardcover. Geschenkidee?!  
     
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Nachwort
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"Die Frau, die nichts tut")
     

 

Nachwort zur Marketenderin

Die Marketenderin Auguste Juliane Assenheimer, die mit Napoleons Truppen nach Moskau zog, war meine Urururgroßmutter. Nicht nur meine – auch die meines Cousins Gerhard Schreiber, der die Idee zu diesem Buch hatte und dem auch zu verdanken ist, dass es überhaupt veröffentlicht wurde. Im Archiv des J.F. Schreiber Verlags, den unser Ururgroßvater Jakob, der Sohn der Marketenderin, 1831 gegründet und den Gerhard als letzter Nachfahre geleitet hat, entdeckte er das 1838 veröffentlichte Tagebuch eines württembergischen Leutnants, der den grausamen Feldzug 1812 überlebt hatte. Er schlug mir vor, daraus einen Roman zu machen und ihn mit der eigenen Familiengeschichte zu verknüpfen. Das Thema reizte mich, aber ich beschied ihm, ohne bindende Zusicherung eines Verlags kein Buch zu schreiben. Schließlich hatte ich zwar schon als Sechsjährige Schriftstellerin werden wollen, aber während der Schulzeit und meiner journalistischen Jahre rund zwölf Manuskripte vergeblich diversen Verlagen zugesandt. Mein Cousin überredete mich, eine Leseprobe zu verfassen, mit der er dann bei rund fünfzig Verlagen vorstellig wurde. Als Verleger ließ er sich von Ablehnungen nicht beirren und erhielt schließlich vom Weitbrecht Verlag in Stuttgart die Zusage. Da machte ich mich an die Arbeit.

Auf dem schmalen Bändchen mit dem Titel: „Die Württemberger in Russland – Denkwürdiges aus dem Jahr 1812“, das mir als Leitfaden für den Roman diente, steht statt eines Autorennamens nur „ein Württembergischer Offizier“. Quer über den Buchdeckel ist „Gerter“ gekritzelt worden, weshalb wir hinter diesem Namen den Tagebuchschreiber vermuten, auch wenn wir ihn in den Archiven nicht unter den bekannten Überlebenden des Feldzugs entdecken konnten. Das Büchlein kann heute im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart eingesehen werden.

Nichts von den Beschreibungen der Kriegshandlungen, der Orte und Gräuel habe ich erfunden, aus dramaturgischen Gründen aber unsere Familiengeschichte ein wenig umgebogen. Ich gestehe: Die in Wirklichkeit ehelich geborene Marketenderin war 1812 bereits zweiunddreißig Jahre alt, als sie mit ihrem Mann, dem Korporal Matthäus Schreiber, nach Moskau zog. Ihr Sohn Jakob wurde nicht in Moskau geboren, sondern das Paar hatte den bereits Dreijährigen in der Ulmer Kaserne hinterlassen. Es ist wahr, dass Urururgroßvater Matthäus an der Beresina starb und seine Frau nach Stuttgart zurückkehrte. Allerdings zu schwer erkrankt, als dass sie sich um den Sohn kümmern konnte. Sie starb 1823 in Ulm. Wie es der in einem Waisenhaus untergebrachte Jakob dann schaffte, zu einem angesehenen und wohlhabenden Verleger zu werden, ist eine andere Geschichte. Meine Großmutter, die eine sehr feine Dame war und stets in höchsten Tönen von der Wichtigkeit ihres Großvaters sprach, konnte recht ungehalten werden, wenn mein Vater darauf hinwies, sie stamme von einer Marketenderin ab. Schade, dass beide nicht mehr erleben konnten, wie aus unserer Ahnin eine Romanfigur wurde.

M.K. 2007

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Nachwort zur Rebellin

Wie erfreulich, dass „Die Rebellin“ bei der Neuauflage jetzt im Titel den Zusatz „von Mykonos“ erhalten hat! Denn auf dieser Insel lebt Mando – Betonung übrigens auf der zweiten Silbe – in der Erinnerung der Einheimischen und im Namen diverser Bars, Cafés und Hotels weiter. Auch jener zentrale Platz am Hafen, wo ihr – wie auch auf Paros - ein Denkmal errichtet wurde, ist nach ihr benannt worden. Reisende konnten früher unbesorgt ihre Rucksäcke zu Füßen der Statue legen, während sie auf Zimmersuche gingen, und auch ich hatte die Steinfigur erst für eine Schutzheilige des Eigentums gehalten.

Als ich erfuhr, wen sie wirklich darstellt und welche Bedeutung sie für die griechische Geschichte hat, war die Idee zu diesem Buch geboren. Nahe der Statue befindet sich Mandos einstiges Haus, das heute öffentlich zugänglich ist, da es die Inselbibliothek beherbergt. An der Wand kann man den weit verzweigten Mavrojenous-Stammbaum studieren. Da wundert es nicht, dass fast jeder Einheimische behauptet, mit Mando verwandt zu sein, und mir viele Mykoniaten mit großer Freude bei meinen Recherchen halfen. Während in den Archiven keine Unterlagen darüber Aufschluss geben, wie Mando die Türken bei ihrem zweiten Ansturm von der Insel vertrieben hat, fand ich die Antwort gewissermaßen vor der Haustür: Als ich das Buch in einem Häuschen am Strand von Kalo Livadi schrieb, deutete mein Vermieter aus dem Fenster und erzählte mir die Geschichte der zum Dampfschiff verwandelten Felsengruppe. Die Steinhütte oberhalb des Strandes stammt aus dem 19. Jahrhundert und könnte Mandos und Marcus durchaus als Liebesnest gedient haben.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei den vielen Mykoniaten, die mich mit Anekdoten, Überlieferungen und Legenden versorgten. Susi Hanioti half mir bei der Entzifferung von Mandos Briefen, und meine Freundin Zeta Bairaktari recherchierte in den Archiven von Nauplion und führte mich zu Mandos dortigen Domizilen. Zeta und den Mykoniaten ist dieses Buch gewidmet.

Sommer 2007 M.K.     

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Nachwort zu Kathedrale der Ketzerin:
Meine Leser mögen mir bitte verzeihen: Erstmals habe ich in einem Roman eine Hauptfigur erfunden - Clara. Allerdings hätte es eine solche Tochter des Grafen von Toulouse durchaus geben können; dieser Herr zeugte unzählige Bastarde, von denen sich viele den Katharern angeschlossen haben. Claras Weg war kein ungewöhnlicher für eine adelige Dame aus Okzitanien.

Ursprünglich sollte es in diesem Buch ausschließlich um Blanka von Kastilien gehen. Doch ich begriff im Verlauf der Recherche und des Schreibens, wie viele Blickwinkel ich zur Schilderung dieser unübersichtlichen, wirren und abenteuerlichen Zeit brauchte. Und so schlich sich Clara in die Geschichte ein, gewissermaßen die andere Seite jener Medaille, die Blanka heißt.

Alle anderen historischen Figuren haben gelebt, und an den geschichtlichen Fakten habe ich nicht gerüttelt, nur natürlich manches ausgeschmückt. Und sehr viele wichtige Persönlichkeiten und Ereignisse – vor allem jene, die den Zwist mit England betreffen - unerwähnt lassen müssen, weil dies sonst den Rahmen der Geschichte gesprengt hätte. Blankas Reise nach Rom habe ich - wie auch die Person der Lisette - erfunden, nicht aber die Tatsache, dass sie ein heimliches Gelübde abgelegt hat, von dem sie der Papst später befreite. Historiker grübeln heute noch darüber nach, um was es dabei gegangen sein mag. Als Romanautorin habe ich darauf eine Antwort gefunden.

Der Beweis, dass Theobald König Ludwig vergiftet hat, ist nie erbracht worden, das Gerücht aber hält sich hartnäckig seit Jahrhunderten. Unstrittig ist seine ungeheuerliche Verehrung für Blanka, die er in zahlreichen Liedern dokumentiert hat. Sein ganzes Werk, dem Dante übrigens Tribut zollte, wurde 1851 von Prosper TARBÉ in der altfranzösischen Originalsprache veröffentlicht, zusammen mit einem ausführlichen Text über Herkunft, Leben und Taten des Grafen von Champagne und über seine Beziehung zu Blanka von Kastilien. Ich habe die Übersetzung einiger seiner Verse manchen Kapiteln vorangestellt, mir aber erlaubt, die Gedichte im Roman nach dem Muster höfischer Lyrik selbst zu verfassen. Der von ihm gestaltete Vertrag von Paris/Meaux gilt auch heute noch als juristisches Meisterwerk. „Und das in einer Zeit, in der die verschiedenen Fragen meist ohne große Logik und ziemlich verworren abgehandelt werden“, schreibt Règine Pernoud in ihrer großartigen Blanka-Biografie Herrscherin in bewegter Zeit.
Als König von Navarra starb Theobald im Jahr 1253, ein halbes Jahr nach der von ihm so feurig verehrten Blanka. Die übrigens bis zu ihrem Tod allein regierte, ohne Kronrat oder andere Institution. Und eigentlich auch ohne ihren Sohn, den König. Wie der Historiker Gerd Treffer schreibt: „In der Praxis wird Ludwig der Vormundschaft seiner Mutter erst durch ihren Tod entrinnen.“ Blanka soll übrigens eine grauenhafte Schwiegermutter gewesen sein.

Über eine Liebesbeziehung zwischen ihr und Raimund VII. von Toulouse gibt es historische Gerüchte zuhauf, aber keinerlei Belege. Außerdem wurde ihr ein Liebesverhältnis mit dem päpstlichen Legaten Frangipani nachgesagt, was ich aber angesichts ihrer gut belegten Frömmigkeit für unwahrscheinlich halte und daher nicht aufgegriffen habe. Raimund wird seinem Kreuzzugs-Gelübde erst im Jahr 1249 nachkommen, stirbt jedoch auf dem Hinweg. Die Ehe seiner Tochter Johanna mit Prinz Alfons galt als glücklich, blieb aber kinderlos.

Die geheimnisumwitterte alte Königin Ingeborg stirbt 1236 in Corbeil, wo sie auch bestattet wird.

Über die Katharer ist viel geschrieben und spekuliert worden, wiewohl sie selbst kaum schriftliche Zeugnisse hinterlassen haben. Den umfassendsten Einblick in ihren Glauben und Alltag bietet ausgerechnet ihr ärgster Feind: Die Inquisition hat penibel Protokoll über die Prozesse geführt. Ich verweise jeden, der mehr über diese Glaubensgemeinschaft wissen will, auf die Bibliografie am Ende dieses Romans. Derzeit erleben die Katharer gewissermaßen eine Renaissance, wie ich auf meiner Reise durchs Languedoc feststellen konnte, wo mich überall auf Schildern das Land der Katharer grüßte. An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner alten Schulfreundin Sabine Stenger bedanken, die in Carcassonne lebt und mir viele nützliche Hinweise gegeben hat. Dank gebührt auch meinen Freunden Brigitte Ahrens und Thomas Augustin, mit denen wir durch das Languedoc gereist sind und ein unvergessliches Gewitter im Schutz der Burgruine des Montségur erlebt haben. Ich danke auch Claude-Cyrill Laurent, der die erste Fassung des Manuskripts gelesen und nicht nur gewisse geografische Unstimmigkeiten richtig gestellt, sondern mir auch den Unterschied zwischen einem Troubadour und einem Trouvère erläutert hat (siehe Glossar). Dank auch an Roswitha Follmann, die alles über die Garderobe des Mittelalters weiß und an Gisela Leuer, die sich in Religionen aller Art bestens auskennt und mich beim Schreiben angefeuert hat. Natürlich gebührt meinen beiden Lektorinnen Christine Neumann und Anja Rüdiger ebenfalls Dank. Aber vor allem möchte ich mich bei meinem Lebenspartner Michael bedanken. Ohne seinen unermüdlichen Ansporn, seine Kritik, seine fundierten Ratschläge, seine Begeisterung für das Thema und seine Liebe wäre es mir erheblich schwerer gefallen, die Fülle des Materials zu einem Roman zu verarbeiten, dessen Schreiben mir viel Freude bereitet hat.

M.K. Januar 2011

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